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Open Data – Booster für Wirtschaft und Gesellschaft?

Open Data
Daten werden immer wichtiger, werden immer schneller verarbeitet. Daten sind die modernen Goldminen und müssen entsprechend geschützt werden. Der richtige Umgang mit Daten wird auch im DUCAH-Impulsteam „Data Governance“ erforscht und Handlungsweisen erarbeitet.

In eine etwas andere Richtung geht die Idee des „Open Data“. Der Grundgedanke dahinter: Bestimmte Daten sollten öffentlich zugänglich gemacht werden. Jeder soll sie verwenden, weiterverarbeiten und teilen können. Konkret bedeutet dies, dass insbesondere Daten von Regierungsbehörden, bestimmten Unternehmen oder Organisationen in einem offenen Format veröffentlicht werden. Diese Daten sind dann für alle zugänglich und zur unkomplizierten Nutzung freigegeben.

Ziel von Open Data ist es, die Transparenz von Regierungen und Unternehmen zu erhöhen, sie dabei zu unterstützen sowie ihrer Rechenschaftspflicht nachzukommen. Dadurch werden Innovation gefördert, Wissenschaft und Forschung unterstützt sowie nicht zuletzt die Bürgerbeteiligung verbessert. Es gibt viele verschiedene Formen von Open Data von Regierungs- über Haushaltsdaten bis hin zu Gesetzentwürfen und Verkehrsinformationen, von wissenschaftlichen Daten und Forschungsergebnissen bis hin zu Umweltdaten. Und last but not least steht der wichtige Punkt Unternehmensdaten auf der Merkliste – er umfasst auch Finanzdaten und Produktinformationen.

Open Data kann entscheidende Impulse geben

Open Data trägt dazu bei, Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt nachhaltiger und effektiver zu gestalten. Und das aus guten Gründen:

Transparenz und Rechenschaftspflicht: Open Data ermöglicht es den Regierungen und Unternehmen gegenüber den Bürgern transparenter zu sein und ihrer oftmals vorhandenen Rechenschaftspflicht besser nachzukommen. Sind Informationen über politische Entscheidungen, Ausgaben und Umweltbelastungen öffentlich, können Bürger das Handeln ihrer Regierungen und der Wirtschaft besser nachvollziehen und vielleicht auch verstehen...

Innovation und wirtschaftliche Entwicklung: Open Data fördert Innovationen und wirtschaftliche Entwicklung. Sie ermöglicht Forschern, Unternehmern und Entwicklern den Zugang zu Daten, die für die Entwicklung von Anwendungen, Tools und Technologien relevant sind. Open Data trägt auch dazu bei, dann gemeinsam neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und bestehende zu verbessern.

Wissenschaft und Forschung: Open Data erleichtert Wissenschaftlern ihre Forschungstätigkeit, da sie den Aufwand für eigene Datenerhebungen deutlich verringern. Natürlich trägt Open Data auch dazu bei, die Reproduzierbarkeit und Überprüfbarkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen zu optimieren.

Bürgerbeteiligung und Demokratie: Open Data kann die Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen und Prozessen verbessern, indem sie den Zugang zu Informationen über öffentliche Angelegenheiten erleichtert. Das trägt zu mehr Vertrauen der Bürger in Regierungen und Unternehmen bei.

Effizienzsteigerung: Open Data verbessert die Effizienz in den Arbeitsabläufen von Regierungen und Unternehmen. So wird der Zugang zu Informationen über interne Prozesse und Abläufe erleichtert. Das hilft, die Arbeitsabläufe zu optimieren, Doppelarbeit zu vermeiden und schließlich Ressourcen besser zu nutzen.

Open Data in der Praxis

Das Prinzip von Open Daten ist kein „Hexenwerk“. Das Prinzip funktioniert im Wesentlichen in drei Schritten Erfassung, Analyse und Verbreitung.

1. Datenerfassung und -bereitstellung: Organisationen und Regierungsbehörden können Daten sammeln und diese in einem offenen Format bereitstellen. Das bedeutet, sie sind frei zugänglich. Natürlich in einem maschinenlesbaren Format und mit einer offenen Lizenz abgesichert.

2. Datenanalyse und -nutzung: Bürger, Wissenschaft und Wirtschaft können auf diese offenen Daten zugreifen und sie nutzen. Etwa um Anwendungen und Tools zu entwickeln, Erkenntnisse zu gewinnen oder wissenschaftliche Forschung voranzutreiben.

3. Wiederverwendung und Verbreitung: Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Offene Daten sollen von anderen Organisationen, Unternehmen oder Einzelpersonen wiederverwendet und in ihre eigenen Anwendungen und Tools integriert werden können. Ob sie dazu auch auf verschiedenen Plattformen und in sozialen Netzwerken geteilt werden, ist nicht von Belang. Wichtig ist, die Sichtbarkeit zu erhöhen und den Zugang zu den Daten zu erleichtern.

Bedeutung von Datenschutz und Sicherheit bei Open Data

Offene Daten bedeutet nicht, dass es überhaupt keinen Datenschutz gibt, ganz im Gegenteil. Die Nutzung von Open Data ist nur dann sinnvoll, wenn die Daten qualitativ hochwertig sind und die Privatsphäre und Sicherheit der Bürger gewahrt werden. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Richtlinien und Standards, die sicherstellen sollen, dass Open Data die Qualitäts-, Sicherheits- und Datenschutzanforderungen erfüllt.

Im Einzelnen gibt es fünf verschieden Formen des Umgangs mit Open Data

Anonymisierung: Persönliche Informationen wie Namen, Adressen und Sozialversicherungsnummern sollten entfernt oder anonymisiert werden, um die Identität der betroffenen Personen zu schützen.

Aggregation: Daten können aggregiert werden, um die Identifizierung von Personen zu verhindern. So werden etwa Durchschnittswerte oder Summen verwendet, um Informationen zu veröffentlichen, anstatt detaillierter Einzeldaten.

Zugangskontrollen: Sicherheits-Vorkehrungen, die den Zugriff auf sensible Daten begrenzen – etwa Daten nur für autorisierte Benutzer zulassen.

Datenaufbewahrung: Sicherstellung, dass Daten nur so lange aufbewahrt werden, wie es für den Zweck notwendig ist, für den sie ursprünglich gesammelt wurden.

Sensibilisierung und Schulung: Die Verantwortlichen müssen sich ihrer Verantwortung im Umgang mit persönlichen Daten bewusst sein. Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen tragen dazu bei das Risiko von Datenschutzverletzungen zu minimieren.

Aktuelle Entwicklungen und Initiativen im Bereich Open Data

Bei dem Interesse an Open Data verwundert es nicht, dass derzeit verschiedene Entwicklungen und Initiativen existieren, deren Ziel es ist, den Zugang zu Open Data zu verbessern und die Anwendung in verschiedenen Bereichen zu fördern.

Open-Data-Initiativen auf politischer Ebene: Verschiedene Länder haben nationale Initiativen zur Förderung von Open Data gestartet. Die Europäische Union etwa hat das Programm „Open Data Portal“ ins Leben gerufen, um den Zugang zu Open Data in Europa zu verbessern.

Zusammenarbeit und Vernetzung: Organisationen und Initiativen auf der ganzen Welt arbeiten zusammen, um den Zugang zu Open Data zu erleichtern und die Anwendung zu fördern. Wie das Open Government Partnership, das sich für eine transparentere und partizipativere Regierung einsetzt.

Open Data Standards: Standards und Best Practices im Bereich Open Data werden entwickelt, um die Qualität, Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit von Open Data zu verbessern.

Datenaustausch zwischen Behörden: Verschiedene Länder haben bereits Gesetze verabschiedet, die den Austausch von Daten zwischen Behörden erleichtern, um so die Nutzung von Open Data zu fördern.

Datensouveränität: Es gibt Bestrebungen, die Kontrolle über die eigenen Daten in die Hände der Bürgerinnen und Bürger zu legen. So können etwa digitale Identitäten geschaffen werden, die es Menschen ermöglichen, ihre eigenen Daten zu verwalten und zu teilen.

Anwendung von Open Data in der Entwicklungszusammenarbeit: Auch in diesem Bereich gibt es verschiedene Initiativen, die sich auf die Nutzung von Open Data zur Unterstützung der Entwicklungszusammenarbeit konzentrieren. Insbesondere in Bereichen wie Gesundheit, Bildung und Infrastruktur werden neue Schwerpunkte gelegt.

Nicht zuletzt dieser Überblick über diese unterschiedlichen Entwicklungen und Initiativen zeigt, dass sich zum Thema Open Data in den letzten Jahren schon eine ganze Menge getan hat. Doch ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, entwickelt sich Open Data doch kontinuierlich weiter und ermöglicht einer immer breiteren Palette von Akteuren und Branchen davon zu profitieren.
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